Sonntag, 27. Dezember 2020

Umstieg von Oculus Rift S auf Oculus Quest 2

Die Vorgeschichte:

Im November 2016 kaufte ich mein allererstes VR-System: Die Playstation VR!
Im Juli 2018 folgte dann die Oculus Go, eine etwas minimalistische und einfache Standalone-VR-Brille. 
Im August 2019 kaufte ich eine Oculus Rift S für mein zuvor neu gekauftes Gaming-Notebook - dafür verkaufte ich die Playstation. 

Die letzte Zeit hatte ich also eine Oculus Go und eine Rift S. 

Die Rift S ist eine großartige VR-Brille! Es gibt ne Menge super Spiele, die man damit zocken kann. Leider muß man dafür erst das Notebook anwerfen, die Brille anschließen, die Software starten und schließlich das Spiel starten. Ja, das ist jetzt nicht sooo besonders aufwändig, aber mal ganz kurz was anschauen macht man damit dann eher selten... Dafür ist die Oculus Go da! Einschalten, aufsetzen und glotzen! Am Ende verwendete ich die Go daher viel häufiger, obwohl sie in vielerlei Hinsicht viel schlechter war. Zum Beispiel kann man sich mit einer Go nicht frei bewegen, da sie nur drei statt sechs Bewegungsfreiheiten hat (der Unterschied wird HIER schön erklärt) und auf Grund der schlechten Hardware waren keine aufwändigen Spiele möglich. Für die richtig geilen Spiele habe ich dann doch das Notebook angeworfen... 

Zwischenzeitlich kam die Oculus Quest 1 auf den Markt. Eine Standalone-Brille wie die Go, aber mit wesentlich besserer Hardware. Für mich aber uninteressant, da ich kein Update für die Go benötigte. 
Das änderte sich aber im Oktober 2020, als die Quest 2 veröffentlicht wurde. Eine mobile Standalone-Brille wie die Go, aber technisch vergleichbar mit der Rift S! 
 

Kleine Hürde beim Kauf: 

Um die Quest 2 nutzen zu können, benötigt man zwingend einen Facebook-Account (Oculus gehört zu Facebook). Das gefällt Deutschland nicht... und deswegen gibts die Quest 2 hier nicht zu kaufen! Aber gar kein Problem: Man kann die Quest 2 ganz easy bei Amazon Frankreich kaufen! Man loggt sich mit seinem deutschen Amazon-Account ein und kann die Brille dort wie gewohnt kaufen. Versand dauert dann auch nur 2-3 Tage. Wer Probleme mit der französischen Sprache hat (so wie ich), der kann die französische Seite im Webbrowser ganz einfach übersetzen lassen - hat bei mir super geklappt! 
Die Quest 2 lässt sich dann in Deutschland ganz normal mit dem deutschen Facebook-Account nutzen und das Menü ist dann auch auf deutsch. Man hat einfach keine Einschränkungen! 
 
Links oben Go, links unten Quest 2, rechts Rift S
 

Die ersten Tests:

Die Quest 2 ist der Go in allen Belangen überlegen! Es liegen schließlich 2,5 Jahre Entwicklung und rund 130 Euro Preisunterschied zwischen beiden Brillen (Go damals ab 220 Euro, Quest 2 ab 350 Euro). Die Grafik, die Geschwindigkeit, die Bewegungsfreiheit, das Tracking... da liegen Welten dazwischen! Es ist albern die beiden ausführlich miteinander zu vergleichen...
Der Vergleich zwischen Rift S und Quest 2 ist da schon interessanter! Die Rift S kostete rund 400-450 Euro und war 2019 das Spitzenmodell. Die wichtigesten, technischen daten im Vergleich: 


Die Quest 2 hat eine deutlich höhere Auflösung, was nicht nur für eine schönere Grafik sorgt, sondern auch den "Fliegengittereffekt" deutlich reduziert. Durch die etwas höhere Bildwiederholrate ist die Brille flüssiger und es soll (angeblich) weniger Motion-Sickness geben. Nur das Sichtfeld ist leider etwas kleiner geworden... aber das fällt mir gar nicht so sehr auf. 
 
Die Controller: Oben Quest 2, in der Mitte Rift S, unten Go.
 

Das zauberhafte Link-Kabel: 

Die Quest 2 ist eine autark arbeitende VR-Brille, die für sich alleine funktioniert. Das macht die Brille sehr mobil und flexibel, aber man ist auf die eher begrenzte Anzahl an Apps und Spielen angewiesen, die auf der Quest 2 angeboten werden. 
Es gibt aber das Link-Kabel, mit dem man die Quest 2 mit dem Notebook/PC verbinden kann und so kann man zusätzlich alle Spiele aus dem Rift- und Steam-Store spielen! Das vergrößert das Angebot enorm! Die Spiele können dann viel aufwändiger sein, da mit Kabel das Notebook die Rechenleistung übernimmt und die Brille quasi nur als Bildschirm und Eingabegerät funktioniert. 
Und das klappt absolut super! Alle meine alten Spiele, die ich vorher mit der Rift S gespielt habe, funktionieren so auch auf der Quest 2. 
 
Das originale Oculus Link-Kabel kostet satte 79 Dollar! Dabei handelt es sich aber nur um ein recht normales USB-C-Kabel, wenn auch 5 Meter lang... Ich habe mir stattdessen ein "normales" 3 Meter langes (mein Wohnzimmer ist eh nicht größer) USB-C-Kabel gekauft - für nur 15 Euro! Und das funktioniert einwandfrei!

Wo Oculus Geld spart: 

Man fragt sich, wie so eine gute VR-Brille so günstig angeboten werden kann. Da Oculus zu Facebook gehört, zahlt man vermutlich einen Teil mit seinen Daten, statt mit Geld... das weiß ich nicht so genau. Aber auch bei den Materialien wurde gespart: Die Rift und Go waren um die Linsen herum mit Stoff verkleidet, bei der Quest 2 ist dort nacktes Plastik. Insgesamt wirkt die Quest 2 nicht so hochwertig wie die Rift S, wenn sie auch nicht billig wirkt. Die Controller sind nicht mehr gummiert und das Batteriefach hat keinen Magnetverschluß mehr. 
Die Quest 2 hat für das Tracking nur noch vier statt fünf Kameras und die wurden auch deutlich verkleinert - das Tracking ist dadurch aber nicht schlechter! Ich habe sogar das Gefühl, dass das Tracking besser geworden ist!  

Die Kameras der Quest 2 sind deutlich kleiner!

Aber ganz bitter: Statt den guten Halo-Kopfgurt von der Rift S gibts nur einen schlabbrigen Stoffgurt wie bei der Go: 

Links die Rift S mit Halo-Kopfgurt, rechts die Quest 2 mit Schlabbergurt

Für die Quest 2 gibt es aber auch einen vernünftigen Kopfgurt zum nachrüsten: Original für 60 Euro, oder vom Dritthersteller für rund 30 Euro.
An der Stelle empfehle ich auch noch einen Silikonüberzug für das Sichtfeld... man schwitzt manchmal und dann saugt sich der Schaumstoff voll - das ist nicht so toll. Silikon ist da angenehmer und hygienischer, da abwaschbar. 
 
Zu dem günstigen Kopfgurt habe ich ein kleines Testvideo gemacht: 
 

Die Oculus Quest 2 mit 64 GB startet bei günstigen 350 Euro. Nimmt man jedoch die 256 GB Version für 450 Euro und kauft sich dann noch das originale Link-Kabel und den originalen Kopfgurt, ist man am Ende bei 570 Euro!
Ich empfehle auf jeden Fall die 256 GB Version, da die Spiele immer größer werden und die 64 GB der Einstiegsversion schnell voll wären. Bei dem Zubehör kann man aber getrost zu den günstigeren Alternativen greifen und dort ordentlich Geld sparen.

Fazit: 

Die Quest 2 ist phantastisch und ersetzt mit Leichtigkeit die Go, aber auch die Rift S! 
Viele tolle Spiele, für die ich vorher zwingend das Notebook benötigte, lassen sich jetzt komfortabel und kabellos auf der Quest 2 spielen und Spiele die es nicht auf der Quest 2 selbst gibt, kann ich dennoch über das Link-Kabel spielen. Die Quest 2 bietet somit das beste Preisleistungeverhältnis! 
Denn man darf nicht vergessen: andere kabelgebundene VR-Brillen kosten schon mal 700 oder gar über 1000 Euro und sind dabei nicht grundsätzlich besser.
Wer den Facebook-Zwang nicht mag, der kann die erste Quest kaufen - die bekommt man auch ganz normal aus Deutschland.
 
Empfohlenes Quest 2 Zubehör: 


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