Samstag, 8. Dezember 2018

Ich bin jetzt Veganer!

Ich krempel gerade mein komplettes Leben, bzw. meinen Lebensstil um. Es geht dabei um Minimalismus, Konsumverzicht, weniger arbeiten, Freizeitgestaltung und schließlich um Ernährung.
Ich arbeite an manchen Dingen bereits seit Jahren und wahrscheinlich werde ich auch noch Jahre brauchen. Das mit dem Veganismus ging jedoch recht schnell und irgendwie überraschend, denn geplant war das nicht.


Seit einigen Jahren esse ich schon echt wenig Fleisch, denn ich finde es einfach völlig übertrieben/unnötig jeden Tag zwei oder drei mal Fleisch zu essen! Fleisch gab es daher recht selten, Milchprodukte habe ich jedoch täglich gegessen. Ich hätte mir vorher schon vorstellen können, auf Fleisch komplett zu verzichten, auf Milchprodukte hätte ich niemals verzichten können! Dachte ich zumindest...

Vegetarisch beim Japaner, Syrer und Äthiopier

Ich hatte nie ernsthaft geplant, vegetarisch oder gar vegan zu werden. Ich beschäftige mich auf Youtube lange Zeit mit dem Thema Minimalismus und habe viele Videos von "JANAklar" geschaut. Irgendwie wird man dann überall unweigerlich mit dem Thema Veganismus konfrontiert, wenn man sich mit Minimalismus oder Nachhaltigkeit beschäftigt (auch bei anderen Youtubern).
Ich weiß nicht wie genau es passiert ist, aber als ich mir die Videos von "JANAklar" angeschaut hatte, dachte ich mir irgendwann: „So schlimm und schwierig kann es nicht sein, vegan zu leben! Was habe ich zu verlieren? Ich sollte es mal versuchen!"

Anfang Oktober 2018 fing ich dann langsam mit der Umstellung an: ich habe die letzten tierische Produkte aufgebraucht oder verschenkt und keine mehr nachgegekauft.

Seit dem 22. Oktober ernähre ich mich komplett vegan!


Der Verzicht auf Fleisch fiel mir gar nicht schwer. Ich habe vorher schon viel Fleischersatz aus Soja gegessen, das ist eine super leckere Alternative und zudem einfach zu lagern und günstiger als Fleisch!
Der Käse fehlt mir zum Glück weniger als erwartet - das berichten aber viele Veganer! Ich habe ein paar Käsealternativen ausprobiert, aber diese schmecken mir nicht besonders.
Hefeflocken schmecken lecker nach Käse, aber leider vertrage ich die nicht (Übelkeit und Erbrechen) - keine Ahnung warum!?
Ein kompletter Verzicht auf Käse und dessen Ersatzprodukte fällt mir so dann doch recht leicht. Ich brauche keinen Käse!

Pizza - links mit echten Käse, rechts mit Käseersatz :(

Meine größten Bedenken hatte ich bei Süßkram! Ich esse soooo gerne Schokolade, Joghurt, Pudding, Kuchen, Weingummi und irgendwie alles was süß ist.
Leider enthalten so gut wie alle dieser Produkte tierische Lebensmittel! Am Anfang dachte ich, daß ich kaum noch Süßkram essen könnte... was ja eigentlich gar nicht so schlecht wäre, bezüglich Zucker. 
Ich suchte also nach veganen Süßkram und war stark enttäuscht: es gibt kaum was und die paar wenigen, veganen Produkte sind unfassbar teuer!
Auf dem zweiten Blick entpuppten sich aber erstaunlich viele Produkte als vegan, die gar nicht als solche gekennzeichnet sind: 

Alles vegan! 

Man muß die Zutatenliste genau durchlesen, dann findet man doch recht viele vegane Süßigkeiten. Zum Beispiel sind fast alle Zartbitter-Schokoladen vegan, wie zum Beispiel die Ritter Sport Marzipan.
Es gibt auch Weingummi bei Edeka, der weder Gelatine noch Bienenwachs enthält und das zu völlig normalen Preisen! Speziell vegane Süßigkeiten, die auch als solche gekennzeichnet sind, kosten gerne mal zwei- bis fünfmal so viel wie normal!
Noch eine Alternative: den Süßkram selbst machen! Dabei kann man auch noch den Zucker reduzieren oder in manchen Fällen sogar ganz weg lassen.

Selbstgemachte, vegane Schokolade ohne Zucker

Das mit den tierischen Lebensmitteln erinnert mich stark an Tabak- und Alkoholkonsum: Ist alles schlecht und man konsumiert es trotzdem! Da nützen Schockbilder auch nichts... 
Auch sehe ich da Parallelen, wenn man die entsprechenden Produkte nicht oder nicht mehr konsumiert: wenn man in einer Kneipe ein alkoholfreies Getränk bestellt, wird man genau so blöd angeschaut, wie in einem Restaurant, in dem man etwas veganes bestellt. Das geht dann von Missverständnis bis hin zu Missgunst und Sprüchen wie "ein Bier geht doch" oder "das ist gutes Fleisch".
Außerdem sehe ich große Ähnlichkeiten zwischen militanten Exrauchern, verbitterten, trockenen Alkoholikern und einigen Hardcore-Veganern - alle drei können sehr unangenehm und nervig sein, wenn sie anderen ihren neu entdeckten Lebensstil aufzwingen wollen. Geht gar nicht!!
Ich habe 11 Jahre lang geraucht, bis ich für mich festgestellt habe, daß Rauchen kacke und unnötig ist und für die tierischen Produkte habe ich ganze 37 Jahre gebraucht! Da muß ich jetzt nicht einen auf Moralapostel machen! Und auch sonst niemand.


Selbstgemachtes Brot mit Tofu und lecker Pampe

Wie es mir geht und wie es weiter geht:
Mir geht es sehr gut ^^ Ich sehe die vegane Ernährung nicht als Verzicht, ich entdecke viele Lebensmittel, die ich vorher nicht kannte oder nie nutze. Es fehlt mir an absolut nichts! Mein allgemeines Wohlbefinden ist besser geworden, besonders meine Gelenkschmerzen, an denen ich schon ewig leide, sind deutlich besser geworden. Das dürfte an den gestrichenen Milchprodukten liegen! Außerdem wird mein Herzinfarkt- und Krebsrisiko jetzt extrem sinken.

Ich bin jetzt erst knapp zwei Monate vegan, aber ich sehe absolut keinen Grund den Veganismus wieder aufzugeben. Ganz im Gegenteil: je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, um so überzeugter werde ich!
Bei der veganen Ernährung geht es mir inzwischen gleichermaßen um meine eigene Gesundheit, um die Umwelt und auch um das Wohl der Tiere. 

Empfehlungen:
"JANAklar"auf Youtube
"Vegan ist ungesund" auf Youtube
"Veganstart-App" von PETA
"Ab heute vegan!" Buch
Vegane Kochbücher

Sonntag, 2. Dezember 2018

Readly - Zeitschriften ohne Ende!

Die Überschrift lässt vermuten, dass es sich hier jetzt um Werbung handeln wird... das ist allerdings nicht der Fall! Es geht eher um unnötigen Überfluss und um einen kleinen Schritt in ein minimalistischeres Leben.

Was ist Readly?
Readly ist ist eine Flatrate für Zeitschriften in digitaler Form. Man findet ein wirklich großes Sortiment an verschiedensten Zeitschriften, die man dann auf seinem Handy, Tablet, Notebook oder PC lesen kann. Man bezahlt monatlich 9,99 Euro und kann dafür komplett alle Zeitschriften lesen, die Readly im Angebot hat und das sind wirklich verdammt viele, aus allen denkbaren Themenbereichen!
OK, bis jetzt klingt es echt wie Werbung...

Wie ich Readly genutzt habe:
Ich habe den Dienst 7 Monate lang auf meinem 9,7 Zoll iPad genutzt - ich finde das ideale Gerät, um Zeitschriften zu lesen.
Vorab muß ich noch sagen, dass ich vorher zwei Zeitschriftenabos hatte: Youngtimer und Motoretta.
Youngtimer gibts auch bei Readly, so konnte ich mir dieses Abo sparen, Motoretta gibt es dort nicht, das habe ich weiter in Papierform abonniert.
Ich schaute täglich bei Readly rein und lud mir die neuesten, interessantesten Magazine herunter: über Autos, Motorräder, Roller, Computer, Handys, Ernährung, Wissenschaft und noch mehr!
Am Ende hatte ich bei Readly über 100 verschiedene Magazine abonniert und es waren fast 500 Magazine, die ich auf meinem iPad gespeichert hatte!
Heißt: in rund 210 Tagen fast 500 Magazine, bzw. gut zwei Magazine pro Tag!
Rein finanziell gesehen lohnt sich das schon, denn das sind gerade mal 14 Cent pro Magazin! Aber wie viele dieser Magazine habe ich tatsächlich gelesen? Tja... ehrlich gesagt habe ich kaum gelesen und das war auch der Grund, warum ich mein Readly-Abo wieder kündigte.

Falsch verstandener Minimalismus:
Bevor ich Readly nutzte, hatte ich daheim und im Auto einen riesigen Stapel ungelesener Zeitschriften herumliegen. Mein minimalistischer Gedanke war: „Wenn ich Zeitschriften in digitaler Form habe, dann müssen diese nicht in Papierform rumliegen!“
Theoretisch ist das absolut richtig! Praktisch gesehen war der Papierstapel auch weg, dafür hatte ich nun 500 ungelesene Zeitschriften auf meinem iPad und statt jährlich 70 Euro für die beiden Abos in Papierform, zahlte ich nun 120 Euro für das Readly-Abo.
Das Ganze ging in eine komplett falsche Richtung!

Es nimmt auch viel Speicherplatz ein (Screenshot ist schon etwas älter)

Keine Zeitschriften mehr lesen!
Ich ging noch mal alle meine Abos bei Readly durch: dutzende Zeitschriften über Autos, Elektroautos, Motorräder und Roller! Ich bin mit meinem Smart Fortwo und meiner Honda Forza 125 momentan absolut zufrieden, ich brauch mich nicht permanent über Fahrzeuge informieren, die ich nicht brauche, nicht mag oder mir eh nicht leisten könnte. Ähnlich sieht es bei den Computer- und Handy-Zeitschriften aus! Zumal ich über diese Dinge schon bestens über YouTube informiert werde. Die restlichen Zeitschriften waren eh eher uninteressant für mich, bzw. sie boten mir einfach keine Informationen, die ich noch nicht kenne, oder dringend benötige.
Schließlich hatte ich keine einzige Zeitschrift mehr online abonniert und daraufhin kündigte ich natürlich Readly. Das einzige Abo (in Papierform), welches ich weiterhin habe, ist das von Motoretta für 28 Euro pro Jahr, weil mich Motorroller wirklich interessieren, auch ganz allgemein.
Eine einzige Zeitschrift ist mit guten Gewissen vertretbar, das wird auch nicht so schnell unübersichtlich.

Fazit:
Readly ist eine tolle Sache, wenn man denn tatsächlich viele Zeitschriften liest. Für Ab-Und-Zu-Leser ist Readly einfach zu viel des Guten und artet in teuren Datenmüll aus... Wenn man sich nur auf das Wesentliche beschränkt, machen Flatrates nur selten Sinn.