Mittwoch, 27. Januar 2010

Wieder Gerichtsurteil zu Kindesmissbrauch

Ich hab schonmal was zu den "unglaublich harten" Strafen wegen Kindesmissbrauchs geschrieben: Hier und Hier

Jetzt haben wir wieder was neues:
Ein Grundschullehrer aus Borken ist am Dienstag wegen Kindesmissbrauchs zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Pädagoge hatte direkt am ersten Prozesstag ein Geständnis abgelegt. Der Grundschullehrer hatte vier seiner Schülerinnen mindestens 91 Mal sexuell missbraucht.
Vier Schülerinnen mindestens 91 mal sexuell missbraucht und dafür 5,5 Jahre! Das heißt pro Missbrauch gibts 3 Wochen Gefängnis... Wobei er ja bei guter Führung auch schon früher gehen kann.
Aber es geht weiter:
...gegen den 45-jährigen kommissarischen Leiter einer Grundschule ein Berufsverbot von fünf Jahren, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der Mann wird damit vermutlich nicht wieder in den staatlichen Schuldienst zurückkehren. In 26 Fällen befanden die Richter außerdem auf schweren sexuellen Missbrauch.
Wenn er ein fünfjähriges Berufsverbot bekommt, warum sollte er danach dann nicht weiter unterrichten? Ich geh mal davon aus daß er Beamter ist. Nach seiner Haftstrafe wird er dann fröhlich weiter unterrichten - warum denn auch nicht? Daß er es nicht tun würde, ist wirklich ne ganz vage Vermutung!

Ganzer Bericht bei "Der Westen"


Wie man richtig bestraft weiß man zum Beispiel aktuell in der Türkei (auch wenns hier um was anderes geht):

Bis zu 75 Jahre Haft hat die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen mutmaßliche türkische Alkoholpanscher gefordert, die für den Tod von drei deutschen Schülern im vergangenen Jahr verantwortlich sein sollen. Vor dem Schwurgericht der südtürkischen Stadt Antalya begann der Prozess gegen 13 Angeklagte. Dabei wurden laut Nachrichtenagentur Anadolu von der Staatsanwaltschaft 25 Jahre Haft pro Todesfall verlangt.
Ganzer Bericht bei "Welt Online"

Kommentare:

Carrymuse hat gesagt…

Wieso sollte es eine vage Vermutung sein, dass er nicht mehr weiter unterrichten kann?

Hast du schonmal ne Bewerbung geschrieben? Die 5 Jahre Unterrichtsverbot machen so einen schlechten Eindruck - noch mehr der Grund - dass die Wahrscheinlichkeit, wieder arbeiten zu können, geringer ist, als bei der nächstbesten Schule angenommen zu werden.

BirgerS hat gesagt…

Och, es haben schon vorbestrafte Kinderschänder in Kindergärten gearbeitet: http://www.netzeitung.de/vermischtes/810050.html

Und der Lehrer hat Beamtenstatus, der ihm offenbar NICHT aberkannt wurde! Das heißt er hat ein Recht auf einen Arbeitsplatz! Und bei dem Lehrermangel hier... Und warum sonst hat man ihm kein generelles Berufsverbot gegeben, wie es gefordert wurde? Und wieso ist das Berufsverbot kürzer als die Haftstrafe? Das Berufsverbot ist somit sowieso völlig sinnlos!

Ich WETTE daß er wieder als Lehrer arbeiten wird!